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Placebo-Effekt bei Autoimmunerkrankungen: Wie die Psyche die Heilung beeinflussen kann

Die Erkenntnisse über unsere Psyche nehmen in den letzten Jahren sehr zu und bringen neue faszinierende Zusammenhänge ans Licht. Wir beleuchten in diesem Artikel ihre Auswirkungen auf die Heilung von Autoimmunerkrankungen. Wir enthüllen die verblüffende Verbindung zwischen unseren Gedanken und unserem Immunsystem. Erfahre, wie chronischer Stress, unterdrückte Emotionen und psychologische Faktoren unsere Gesundheit beeinflussen können. Lass dich von der Psychoneuroimmunologie begeistern, einer neuen Herangehensweise zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen. Entdecke die Kraft der Stressbewältigung, Achtsamkeit und positiven Kommunikation und finde dabei heraus, wie der Placebo-Effekt dein Wohlbefinden positiv beeinflussen kann.


Inhaltsverzeichnis:


Überschrift in einem Buch "Autoimmunerkrankungen"
Quelle: Canva

Autoimmunerkrankt – und jetzt?


Autoimmunerkrankungen haben viele Namen. Einige Beispiele sind:

  • Diabetes Typ 1

  • Hashimoto-Thyreoidetes

  • Lupus erythematodes

  • Morbus Basedow

  • Morbus Crohn

  • Rheumatoide Arthritis

  • Sjögren-Syndrom

  • Sklerodermie

  • Polymyositis

  • Zöliakie

Heutzutage kennen wir fast 100 sogenannte chronische Entzündungskrankheiten. Ihre Ursachen und die auslösenden Faktoren sind individuell sehr unterschiedlich. Gemein ist allen, dass sie unser Immunsystem unter eine Dauerbelastung setzen, indem die autoreaktiven T-Zellen die eigenen und gesunden Körperzellen angreifen.


Nach den bisherigen Erkenntnissen der Schulmedizin wird angenommen, dass sie unheilbar sind und dass wir sie maximal durch Medikamente für eine Weile ruhigstellen können.


Die daraus entstehende Schwierigkeit ist, dass die Schulmedizin die diagnostizierten Autoimmunkrankheiten lediglich beschreiben, vielleicht ihre Risikofaktoren benennen und letztendlich maximal auf ihre Symptome behandeln können. Die eigentliche Behebung der Krankheitsursache bleibt unterdessen auf der Strecke.


Genau aus diesem Grund ist in der Gruppe der Mediziner und Wissenschaftler eine neue Disziplin bzw. Herangehensweise entstanden, die als Psychoneuroimmunologie bezeichnet wird. Hier nimmt man bio-psycho-soziale Wirkketten in den Fokus der Betrachtung und beginnt, eine komplementärmedizinische Behandlungsstrategie mit ganzheitlichem und patientenzentriertem Zugang zur Krankheit zu entwickeln.


Stress als Krankheitsverstärker – was bedeutet das?


Frau vor drei PCs gestresst
Quelle: Canva

Der psychoneuroimmunologische Ansatz legt zunächst großen Wert auf die Erforschung der Psychosomatik, also der Körper-Geist-Verbindung. Er beschäftigt sich mit der Frage, welche Rolle psychologische Faktoren, wie chronischer Stress, unterdrückte Emotionen, Angststörungen oder Depressionen für die Entstehung chronischer Entzündungskrankheiten spielen.


Die Psychoneuroimmunologie hat inzwischen schon folgende besonderen Entdeckungen gemacht:


  • Wenn wir unter chronischem Stress stehen, beginnen die natürlichen Killerzellen faul zu werden, was zu einem schlechteren Immunschutz führt. Dadurch erhöht sich das Risiko für das Entstehen von Autoimmunerkrankungen.

  • Wenn wir schon als Kinder und Jugendliche unter psychosozialen Belastungen und chronischem Stress leiden und dadurch Störungen der Stressverarbeitung entwickeln, kann im frühen Erwachsenenalter spontan und „ohne triftigen Grund“ im Moment einer belastenden Lebensphase eine Autoimmunkrankheit entstehen. Dieses Phänomen hat die Bezeichnung Begriff „stille Entzündungserkrankung“ (Silent Inflammation).

  • Unser Körpersystem kann Stress sehr ausdauernd kompensieren, bis plötzlich etwas stattfindet, das „Crash im Stresssystem" genannt wird. Meistens ist es ein spontaner neuer extra Stressor, der uns dann "aus dem Nichts" umhaut. Ab diesem Moment ist unsere natürliche Reaktion auf Reize kurzfristig gestört, was der Auslöser für eine Autoimmunerkrankung sein kann.

  • Wenn wir unseren Ärger, Wut und Zorn dauerhaft unterdrücken, richtet sich die Aggression irgendwann unterbewusst gegen uns selbst. Auch das lässt die Möglichkeit einer entstehenden chronischen Entzündungskrankheit in uns ansteigen.


All diese Entdeckungen aus der Psychoneuroimmunologie führen zum Verständnis darüber, dass wir über einen neuen Umgang mit Stress nachdenken dürfen. Wir können, zum Beispiel mit Achtsamkeit und mit gezielten Entspannungstechniken, eine höhere Resilienz in unserem Körper-Geist System herstellen und so ein mögliches Krankheitsgeschehen oder eine stressbedingte Autoimmunreaktion verhindern bzw. positiv beeinflussen. Unter dem Begriff „Mind-Body-Medizin“ finden sich inzwischen verschiedenste Angebote für Methoden der Stressbewältigung wie kognitive Verhaltenstherapie, psychosomatische Psychotherapie oder auch Meditations-Seminare. Diese Präventions- und Therapiemethoden müssen im Kontext von Autoimmunkrankheiten deutlich mehr in den Fokus rücken.



Der Placebo-Effekt – so einfach ist das?


Zudem erkennen wir zunehmend, dass der allseits bekannte Placebo-Effekt ein Schlüssel zur Krankheitsbewältigung und damit zur vollständigen Genesung ist.


Es war der russische Arzt Iwan Petrowitsch Pawlow, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts erkannte, dass Hunde in Zwingern schon zu sabbern begannen, als sie nur die Schritte ihrer Besitzer vernahmen und noch gar kein Futter sahen. Diese Entdeckung ließ ihn ein Experiment entwickeln, nämlich über den Tag verteilt durchgehend den Speichelfluss der Hunde zu messen und ihnen wiederholt eine Schüssel Futter zusammen mit einem bestimmten Sinnesreiz (Glockenläuten) zu servieren. Nach einer Weile wagte er es, nur die Glocke zu läuten, ohne zu füttern. Seine Vermutung wurde bestätigt und der erhöhte Speichelfluss setzte auch ohne Futter ein. Aus einer Reihe weiterer Versuche mit anderen Sinnesreizen ging schlussendlich die Evidenz hervor, dass körperliche Reaktionen durch Erfahrung erlernbar beziehungsweise antrainierbar sind und sich folglich konditionieren lassen.


Der daraus entstandene Begriff „klassische Konditionierung“ ist der Lernmechanismus, aus dem heraus die klassische Schulmedizin den sogenannten Placebo-Effekt ableitet.


Der Placebo-Effekt erklärt:

  • Der Placebo-Effekt beginnt mit der Erwartung des Patienten (Reiz), dass die Behandlung ihm helfen wird („Placebo-Antwort“). Hierbei sind beispielsweise unsere Sinnesorgane (die Spritze spüren, die Tablette schmecken, das Medikament sehen und riechen), das Vertrauen in den Arzt („Dieses Medikament wird Ihnen helfen“), positive Erfahrungsberichte, hoffnungsvolle Gedanken, eine klare Entscheidung aus dem innen heraus wichtige Faktoren für diese Erwartung.

  • Die Placebo-Antwort (Reaktion) führt dann zu einer erwartungs- bzw. reizbedingten Aktivierung bestimmter Hirnareale, des präfrontalen Cortexes und der Amygdala beispielsweise und allen voran des Hypothalamus. Er ist die Schaltzentrale, die lebensnotwendige Prozesse im Körper anstößt.

  • Die Aktivierung im Gehirn als Folge der Placebo-Antwort hat spezifische Wirkungen auf das gesamte System, zum Beispiel wird die Endorphin-Produktion (körpereigenen Opioide) im Gehirn angeregt. Das führt in vielen Fällen zu sofortiger Schmerzlinderung, auch ohne reales Medikament.

  • Wir haben bestimmte Assoziationen für „was wirkt besonders gut“ in unserem Gehirn abgespeichert. Diese sind uns über die Jahre gemäß der Pawlowschen Logik antrainiert worden. Somit wirken zum Beispiel bunte Zuckerpillen besser als weiße, bittere Medizin effektiver als gutschmeckende, Ärzte werden Krankenschwestern und Kapseln werden Tabletten vorgezogen. Der Placebo-Effekt ist zudem höher, wenn „echte“ Spritzen, Scheinoperationen und Scheinakupunktur, bei der die Nadeln die Haut nicht wirklich durchstechen angewandt werden. Denn der zugrundeliegende und weit verbreitete Glaubenssatz oder Erwartung ist nach wie vor: Invasive Behandlungsmethoden sind viel wirkungsvoller als kaum spürbare.

  • Es gibt starke Unterschiede in der Wirksamkeit von Placebos, je nachdem, wie wir als Menschen geprägt sind und was wir bis heute erlebt haben, wie weit fortgeschritten die zu behandelnde Krankheit ist, welche Gene und neurologischen Bedingungen uns zur Verfügung stehen, aber auch andere unterbewusste psychologische Effekte, die in Traumata und anderen Glaubenssätzen begründet sein können. Spannend ist auch, dass zum Beispiel bei Menschen mit Alzheimer-Demenz kein Placebo-Effekt zu erreichen ist.


Wie wir diese Erkenntnisse über den Placebo-Effekt für die Gesundheit nutzen können



Mann meditiert
Quelle: Canva

Wir Menschen sind, was unser Potential angeht, kleine Wunderwerke, denn wir verfügen über wahrlich gigantische innere, körpereigene Selbstheilungskräfte. Dennoch benötigen wir oftmals die Unterstützung von etwas oder jemand im Außen, um sie zu aktivieren. Egal, ob es ein Trauma, eine Operation oder ein schamanisches Ritual ist, ein Initialerlebnis ist meist notwendig. Nur die wenigsten Menschen schaffen es heutzutage, sich rein aus sich selbst raus zu heilen. Vielleicht hat sich diese Eigenschaft in uns im Laufe der Evolution so entwickelt, damit wir vom Einzelkämpfer zum Rudeltier werden und besser miteinander statt ohne einander leben können.


Weitergedacht bedeutet diese Erkenntnis aber, dass wir den Placebo-Effekt nicht nur in der Medizin und Krankheitsverarbeitung nutzen, sondern ihn bewusst in unser alltägliches Miteinander und unsere eigene Entwicklung integrieren können. Es bedeutet, dass wir uns und unser Umfeld ganz im Sinne des erkannten Reiz-Reaktions-Mechanismus positiv konditionieren können und sollten, um die Körperreaktionen aufgrund des Placebo-Effekts zu erzeugen, die für unser positives Gesellschaftsleben, für innere und äußere Heilung und gemeinsame Entwicklung ermöglichen, und zwar ohne die schädlichen Wirkungen von Medikamenten, körperlichem und Psychischem Stress oder Schmerz oder auch unachtsamem Umgang mit sich selbst und anderen. Ausgangspunkt dieser positiven Konditionierung ist ein achtsamer, liebevoller, natürlicher und menschlich-herzlicher Umgang mit allem, was uns in unserem Alltag so begegnet. Damit schließt sich der Kreis zur Psychoneuroimmunologie und der Placebo-Effekt kann auf positive Art dazu beitragen, die psychisch-geistigen Faktoren, die zu Krankheiten und speziell auch Autoimmunkrankheiten führen, zu verringern oder gar aufzulösen.


Im Fall von Erkrankungen kann das zum Beispiel bedeuten, dass nicht nur eine positive und auf die ursächliche, vollständige Heilung ausgerichtet Kommunikation zwischen Arzt und Patient notwendig ist für einen umfassenden Genesungsverlauf. Auch eine holistische Sicht auf den Menschen mit seinen individuellen Eigenschaften, Empathie, Geduld, Ruhe, ein freundliches und friedliches Miteinander, all das brauchen wir, wenn wir nachhaltend gesund werden und bleiben wollen. Und dann haben wir auch gute Chancen, im Sinne der genannten Erkenntnisse über die Zusammenhänge von Psyche, Geist und Körper, scheinbar unheilbare Autoimmunkrankheiten vollständig aufzulösen.


Wenn die Pawlowsche Glocke den Speichelfluss eines Hundes erhöht, dann ist es auch möglich, dass dein offenes Lächeln in deinem Gegenüber die Produktion der Immunzellen erhöht, oder? Einen Versuch ist es wert!


Fazit


Dieser Artikel hat uns einen Einblick in die faszinierende Welt des Placebo-Effekts, speziell auch bei Autoimmunerkrankungen, gegeben. Uns wurde verdeutlicht, dass unsere Psyche und deren Konditionierung einen maßgeblichen Einfluss auf unsere Heilung haben kann. Chronischer Stress, unterdrückte Emotionen und negative bzw. positive Gedanken spielen eine wichtige Rolle in diesem Zusammenhang. Die Psychoneuroimmunologie eröffnet uns neue Einblicke, um ganzheitliche Behandlungsansätze zu entwickeln. Mit Achtsamkeit, positiver Kommunikation und einem bewussten Umgang mit unserem Umfeld und unserem eigenen Körper-Geist-System können wir unsere Gesundheit nachhaltig verbessern. Der Placebo-Effekt ist dabei ein Schlüssel zur Genesung und zeigt uns die erstaunliche Kraft unserer eigenen Selbstheilungskräfte.


FAQs


Was sind Autoimmunerkrankungen und welche Rolle spielt die Psyche dabei?

Autoimmunerkrankungen sind chronische Entzündungskrankheiten, bei denen das Immunsystem körpereigene Zellen angreift. Die Psyche kann durch chronischen Stress und unterdrückte Emotionen Einfluss auf die Entstehung und den Verlauf dieser Erkrankungen nehmen.


Wie wirkt sich der Placebo-Effekt auf Autoimmunerkrankungen aus?

Der Placebo-Effekt kann bei Autoimmunerkrankungen eine positive Rolle spielen, indem er über positive Erwartungen und psychologische Mechanismen wie die Aktivierung bestimmter Hirnareale und die Produktion von Endorphinen das Immunsystem beeinflusst.


Welche Rolle spielt die Psychoneuroimmunologie bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen?

Die Psychoneuroimmunologie erforscht die Zusammenhänge zwischen Psyche, Nervensystem und Immunsystem. Sie ermöglicht einen ganzheitlichen Ansatz zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen und betont die Bedeutung von Stressbewältigung, Achtsamkeit und positiver Kommunikation.


Welche Rolle spielen Stress und Emotionen bei Autoimmunerkrankungen?

Chronischer Stress und unterdrückte Emotionen können das Immunsystem beeinflussen und das Risiko für Autoimmunerkrankungen erhöhen. Ein bewusster Umgang mit Stress und Emotionen kann daher zur Verbesserung der Gesundheit beitragen.


Welche weiteren Möglichkeiten gibt es, den Placebo-Effekt bei Autoimmunerkrankungen zu nutzen?

Antwort: Neben einer positiven Arzt-Patient-Kommunikation können auch Methoden wie kognitive Verhaltenstherapie, psychosomatische Psychotherapie und Entspannungstechniken dazu beitragen, den Placebo-Effekt positiv zu nutzen und die Genesung bei Autoimmunerkrankungen zu unterstützen.


Dieser Blog ist kein Ersatz für fachliche medizinische Beratung, und dient nicht der Diagnose oder Behandlung. Die Inhalte dieses Blogs und die Verlinkung zu möglichen Dienstleistungen oder Produkten sind ausschließlich zu Informationszwecken gedacht. Für eine medizinische Diagnose oder bezüglich Ihrer Behandlungsmöglichkeiten ziehen Sie einen Arzt oder Apotheker zu Rate.



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